Pressemitteilungen

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Anerkannte Wissenschaftler der Islamologie und Personen aus der Praxis referierten bei der dreitägigen Veranstaltung Anfang Mai zum Thema „Das Gesellschaftsmodell im Islam“. Intensive Diskussionen und offener Gedankenaustausch mit den 180 Teilnehmern fanden dabei zum Beispiel über Themen wie „der Nutzen des Islam für die Gesellschaft“ und dessen „Zukunft im deutschsprachigen Raum“ statt.

Detaillierter Bericht
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Die führenden Islamologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich in Blaubeuren (Baden-Württemberg) zur ersten großen gemeinsamen Tagung getroffen. Anerkannte Wissenschaftler vom Islamologischen Institut und Personen aus der Praxis referierten bei der dreitägigen Veranstaltung Anfang Mai zum Thema „Das Gesellschaftsmodell im Islam“.

Detaillierter Bericht

Wissenswertes

Imaan

Imaan إيمان: Der Begriff Imaan, der in der deutschsprachigen Literatur üblicherweise mit dem Begriff „Glaube“ im Sinne von „an etwas glauben bzw. vertrauen“ übersetzt wird, bedeutet im Arabischen wortwörtlich „Glauben bzw. Vertrauen“ im Sinne von „jemandem wegen seiner Wahrhaftigkeit glauben bzw. vertrauen, jemanden wegen seiner Wahrhaftigkeit bestätigen oder etwas wegen seiner Richtigkeit annehmen und als wahr verinnerlichen“. Das Synonym von Imaan heißt „tasdiiq تصديق“. Im Arabischen wird der Begriff Imaan nur im Zusammenhang dessen verwendet, was eine andere Person vom Verborgenen übermittelt, erzählt oder tradiert und nicht im Zusammenhang dessen, was der Mensch mit eigenen Sinnen erkennen kann. Wenn jemand z.B. auf die scheinende Sonne zeigt und sagt: „die Sonne scheint“, dann bestätigt man seine Aussage mit „sadaqt صدقت, du hast die Wahrheit gesprochen“ und nicht mit „amantu lak أمنت لك, ich verinnerliche den Imaan daran“. Das Antonym von Imaan ist der Begriff „Kufr كفر“ im Sinne von „Verleugnen“ und nicht „kadhib كذب “ im Sinne von „Lüge“. Kadhib كذب bzw. takdhiib تكذيب sind die Gegenteile von sidq صدق bzw. tasdiiq تصديق. Der Islam verwendet den Begriff „Imaan“ ebenfalls in dieser sprachlichen Bedeutung. So ist der Imaan die Anerkennung der Wahrhaftigkeit des Propheten und des Gesandten des Schöpfers, der den Menschen Mitteilungen über verborgene Geschehnisse, wie das Ereignen des Jüngsten Tages, die Auferweckung der Toten, die Abrechnung, das Paradies, das Höllenfeuer, etc. übermittelt. Islamologisch wird Imaan deshalb definiert als „die apodiktische Verinnerlichung der gesamten Inhalte dessen, was der Gesandte saws als abschließende Botschaft definitiv für alle Muslime verkündete und was per definitionem notwendiger Bestandteil des Islams ist, wie z. B. der Imaan an ALLAAH, an SEINE Gesandten, an SEINE Engel, an SEINE Schriften, an Al-qadar, an den Jüngsten Tag (dies sind die Arkaanul-iimaan), an die Pflicht des rituellen Gebets, des Fastens im Ramadaan, der Haddsch und der Zakaah, etc. (Arkaanul-islam). Nach Meinung der Mehrheit der Islamologen umfasst der Imaan an sich drei Pflichtteile (Arkaan):
1. Das rein äußerliche Bekunden der Zugehörigkeit zum Islam durch bewusstes Aussprechen des Islam-Bekenntnisses – der Schahaadah 2. die echte innere Überzeugung des zunächst nur verbal abgelegten Islam-Bekenntnisses als Folge des Prozesses der Erkenntnis und Kenntnis mit dem Herzen und 3. die Reflektion des äußerlichen Bekundens und der inneren Überzeugung durch entsprechendes Handeln (z. B. Praktizieren der gottesdienstlichen Handlungen, Beachten der Gebote, der Taqwa-Werte usw.).
„Imaan“ kann und darf nicht als „Glaube“ übersetzt werden, weil dieser christlich-theologische Begriff „Glaube“ in seiner Bedeutung mit der Definition von Imaan nicht übereinstimmt. Der Imaan muss auf Beweisführung, Logik und bewusster Verinnerlichung aufgebaut werden, damit er seiner islamologischen Definition genügen kann. Der Imaan z. B. als Anerkennung der Wahrhaftigkeit des Gesandten ist somit aufgebaut auf dem Wissen und der Beweisbarkeit nach dem Menschenmöglichen.
Da alle Erkenntnisse des Menschen entweder der reinen Vernunft entstammen (wie mathematische Erkenntnisse) oder den Erfahrungen bzw. Experimenten (wie physikalische und chemische Erkenntnisse) oder den Mitteilungen der Gesandten und Propheten (wie Erkenntnisse über die Engel oder den Jüngsten Tag), können sie entsprechend ihrer Quelle verifiziert und bewiesen und damit als wahr anerkannt werden. So werden beispielsweise mathematische Erkenntnisse durch die Logik und physikalische durch Experimente bewiesen. Die Erkenntnisse aus den Mitteilungen der Gesandten und Propheten werden in Folge der Auseinandersetzung mit der Person des Gesandten und mit dem Inhalt seiner Verkündigung dann als wahr bestätigt, wenn die Vertrauenswürdigkeit und die Wahrhaftigkeit der beiden nach dem Menschenmöglichen bewiesen werden können. Die Gesandten und Propheten Gottes leisten diesbezüglich einen Beitrag und unterstützen die Wahrheitsfindung durch die so genannte Mu’dschizah. Diese wurde von den islamischen Gelehrten wie folgt definiert: „das außergewöhnliche Ereignis, mit dem der Gesandte bzw. Prophet ALLAAHs alle Menschen herausfordert, etwas Ähnliches zu vollbringen, um damit seine Sendung als Gottes Gesandter zu bestätigen“. Das bedeutet für die Menschen, dass sie zu Lebzeiten des Gesandten Muhammad saws die Möglichkeit hatten, sich persönlich von seiner Wahrhaftigkeit zu überzeugen, um ihm und den Inhalten seiner Botschaft zu glauben. Dies war jedoch nur für die Zeitzeugen möglich. Im Islam erhebt der Gesandte Muhammad saws jedoch den Anspruch, der Gesandte Gottes zu allen Menschen zu sein. Damit seine größte Mu’dschizah, der Quraan, für alle Menschen bzw. auch für Nicht-Zeitzeugen erkennbar ist und bleibt, ist der Quraan unabhängig von Zeit und Ort. Somit ist gewährleistet, dass auch heutzutage (und auch zukünftig) alle Menschen die Möglichkeit haben, sich durch die Auseinandersetzung mit dem Quraan von der Wahrheit seiner Botschaft zu überzeugen. Denn dieser Quraan ist auch heute noch völlig unverändert allen Menschen zugänglich, und genauso vorhanden, wie der Gesandte ihn damals übermittelte. Als Methode zur Verifizierung der Erkenntnisse haben die islamischen Gelehrten deshalb einen Satz entwickelt, der die o. g. Problematik zusammenfasst: „Bei Hypothesen (seien sie logischer oder experimenteller Natur) sind die Beweise dementsprechend zu erbringen, und bei Tradierungen ist die Authentizität und Wahrhaftigkeit derselben nachzuweisen“. Der Quraan fordert die Muslime immer wieder und explizit dazu auf, nichts anzunehmen, was nicht belegt ist. Die Befolgung von Spekulationen ist im Islam somit untersagt.

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